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Permakultur Garten

Permakultur-Garten

Ein Permakultur-Garten ist im Idealfall ein sich selbst erhaltendes System, in dem alle Lebewesen durch natürliche Kreisläufe mit ausreichend Energie und Nahrung versorgt werden können. Permakultur-Gärten sehen ganz anders aus, als sich moderne Menschen einen nützlichen Garten vorstellen, was auch daran liegt, dass wir uns mit unseren Vorstellungen meilenweit von der Natur entfernt haben. Hier lesen Sie, was einen Permakultur-Garten von einem normalen Gemüsegarten oder Vorstadtgarten unterscheidet.

Monokultur versus Vielfalt

Ein schöner Garten ist nützlich und macht kaum Arbeit  Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.  Was jedoch den Nutzen für Mensch und Natur betrifft, so ist ein Permakultur-Garten jeder Rasen-Monokultur haushoch überlegen. Viele Gärten sehen so aus, wie auf dem Foto unten: ein gleichmäßig gestutzter, grüner Teppich, abgezirkelte Blumenrabatten, bestenfalls ein rechtwinkliges Gemüsebeet mit ein paar Kräutern und Tomaten. Kein Wunder, dass Gartenbesitzer über zu viel Arbeit stöhnen, über ständiges Rasen mähen, Unkraut jäten und Blumen gießen. Und dann noch die Schnecken, die sich Jahr für Jahr gierig über den Salat hermachen! Die Schnecken jedoch tun nur das, was sie tun müssen, sie vermehren sich und das besonders gut, weil sie in der Monokultur keine natürlichen Feinde haben, aber gute Nahrungsbedingungen.

Auch in einem Permakulturgarten, indem die Pflanzen scheinbar kunterbunt durcheinander wachsen, gibt es Schnecken. Diese fressen aber eigentlich nur die schwachen Pflanzen, sodass die kräftigen überleben was im Interesse des Gärtners ist. Die Permakultur-Prinzipien sind der Natur abgeschaut: Nur die Vielfalt erhält das System. Die eine Pflanze bewässert und düngt mit ihren Ausscheidungen die Nachbarpflanze. Das funktioniert in Monokulturen nicht, denn hier herrscht Kampf. Wo viele identische Pflanzen wachsen, ist das Nährstoffangebot naturgemäß immer zu gering. Also muss man düngen, damit alle Pflanzen gedeihen. Auch haben Schädlinge leichtes Spiel, denn sie vermehren sich explosionsartig, weil es massenhaft zu fressen gibt. Doch dann kommt der Mensch mit der Giftspritze …!

Selbstversorgung mit Permakultur

Wer einen Permakulturgarten haben möchte, muss sich zuerst von der Vorstellung verabschieden, dass alles schön ordentlich getrennt in Reih und Glied wächst. Hat man sich mit dem gewollten Chaos aber erstmal befreundet, so können Permakulturgärten wahre Paradiese sein. Ein solcher Garten muss kaum beackert oder gegossen werden, da er sich selber erhält. Er pflanzt sich auch selbst weiter, da man nie alles auf einmal radikal aberntet. Man kann sich mithilfe der Permakultur auf relativ kleinen Flächen bequem selbst versorgen und sogar Überschüsse erwirtschaften. In einem Permakultur-Garten ist auch gut entspannen und sich in die Hängematte legen. Denn dazu sind wir wohl eigentlich auf dieser Welt.