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Nonkonformes Gemüse: Krumme Gurken und verzweigte Möhren

In einem naturnahen Garten gedeihen die sonderlichsten Formen an Obst und Gemüse. Mehrbeinige Karotten, gebogene Gurken und Kartoffeln mit Knubbeln und Ärmchen sind hier der Normalfall. Wer im Supermarkt einkauft, kennt dererlei Wunderlinge nicht, argwöhnt gar, dass an dem Gemüse etwas „faul“ sein muss. Meist ist dies jedoch nicht der Fall. Obst und Gemüse mit Makeln schmeckt genauso gut wie glatte, gerade Erzeunisse, meist sogar besser als dieses.




Schätzungen zufolge landen 20 bis 40% der Ernte in Europa nicht auf den Tellern der Verbraucher, sondern werden als Abfall an Tiere verfüttert oder verrotten ungeerntet auf den Feldern. Das ist eine beispiellose Verschwendung. Seit 2009 wurde die Vermarktungsnorm für Gemüse EU-weit gelockert. Sie erlaubt mittlerweile kleine Makel für Karotten, Kohl oder Gurken. Das in Deutschland nach wie vor fast nur glatte Früchte angeboten werden hat auch mit der fehlenden Nachfrage zu tun. Die Menschen sind so an fleckenloses Obst gewöhnt, dass sie Ware mit Makeln fast schon automatisch links liegen lassen.

Aktion gegen die Wegwerfgesellschaft

Dem möchte die Supermarktkette Edeka etwas entgegensetzten. In ausgewählten Supermärkten wirbt man mit dem Slogan „Keiner ist perfekt“. Es werden Obst und Gemüse mit kleinen Fehlern verkauft. Die Früchte werden sogar billiger angeboten als herkömmliches Gemüse, um einen Kauf-Anreiz  zu bieten. Ein ähnliches Projekt lief bereits in Österreich und in England. Hier hatte die Supermarktkette Sainsbury´s nach einer schlechten Ernte hässliches Gemüse ins Sortiment aufgenommen, mit dem Ziel, heimische Bauern zu unterstützen.

Ein Umdenken der Verbraucher wird nicht von heute auch morgen zu erreichen sein. Hinzu kommt, dass 75% der umsatzstärksten Gemüse- und Obstsorten in der EU nach wie vor Normen unterliegen. Insofern ist die Aktion von Edeka ein erster, kleiner Schritt in die richtige Richtung.