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Ketogene Diät: Was ist das?

Himbeeren

Die ketogene Diät ist eine strenge Low Carb Ernährung mit sehr vielen guten Fetten, reichlich Eiweiß und wenigen bis gar keinen Kohlenhydraten. Verfechter der Ketogenen Diät propagieren eine geringe Kohlenhydrat- Nettoaufnahme von von 20 bis 30 Gramm täglich.

Ketogene Ernährung: Wie funktioniert sie?

Unter einer ketogenen Diät werden in der Leber Ketonkörper aus Fetten (auch aus Körperfett) und Eiweißen gebildet. Die Ketonkörper versorgen das Gehirn mit der notwendigen Energie, welche es bei normaler Ernährung aus Glucose gewinnt. Die ketogene Diät stößt einen alternativen Stoffwechselweg an, um Energie aus Nahrung zu gewinnen. Auch während des Fastens befindet der Körper sich in einer Ketose. Man nennt einen solchen Stoffwechselweg auch „Hungerstoffwechsel“.  Während der Ketose baut der Körper Fett ab.Das funktioniert nicht, wenn zu viel Insulin im Blut kreist.

Insulin: Das Speicherhormon

Isst man viele Kohlenhydrate (Getreide, Zucker), dann wird nach kurzer Zeit Insulin ausgeschüttet, um den Zuckergehalt des Blutes zu regulieren. Das Hormon Insulin schleust die Zuckermoleküle aus dem Blut, damit sie in den Zellen verbrannt werden können. Überschüssige Glucose wird in der Leber und in den Muskeln gespeichert oder zu Körperfett umgebaut und deponiert. Sinkt der Zuckergehalt im Blut unter ein bestimmtes Level, werden wir hungrig. Greift man nun erneut zu kohlehydratreichen Snacks, dann geht das Spiel von vorne los. Die Folge ist ein permanent schwankender Insulinspiegel, mit Spitzen und Tiefs. Man fühlt sich immer wieder hungrig, zitterig oder müde. 




Glukagon: Das Fettverbrennungshormon

Insulin verhindert auch, dass sein Gegenspieler Glukagon tätig werden kann. Dieses mobilisiert im Falle von Mangelversorgung gespeicherte Zuckerreserven und sorgt dafür, dass aus Eiweiß Ketonkörper gebildet werden. Diese können den Körper mit Energie versorgen. Menschen sind also nicht auf die Zuführung von Kohlenhydraten angewiesen, da es diesen zweiten Stoffwechselweg gibt. Bei einem Überschuss an Insulin im Blut wird jedes Abnehmen verhindert. Eine dauerhafte Ketose wird unter Medizinern kritisch gesehen. Dazu unten mehr.

Ketogene Diät: Vorteile

Man nimmt nur ab, wenn man es schafft, die übermäßige Insulinproduktion zu stoppen. Das wird mit einer kohlenhydratarmen Ernährung, wie sie die ketogene Diät vorsieht, erreicht. Die ketogene Ernährung bevorzugt Eiweiß gegenüber Kohlenhydraten gepaart mit pflanzlichen Fetten. Die Nahrung sollte bestehen aus:
60-75% Fett-Kalorien (Öle, Nüsse, Saaten)
15-30% Eiweiß-Kalorien (Eier, Milchprodukte, Fleisch, Tofu, Gemüse, Hülsenfrüchte)
5-10% Kohlenhydrat-Kalorien (Früchte, Vollkorngetreide, Gemüse)

Die ketogene Diät muss nicht einseitig sein. Ein großer Vorteil ist: Man wird besser satt und hat keine Heißhungerattacken mehr. Das erleichtert die Ernährungsumstellung enorm und motiviert eine dauerhafte Veränderung der Essgewohnheiten. Nachteil: Es bleibt einem nicht erspart, sich mit der Ernährung und der Zubereitung von Essen zu beschäftigen. Denn hoch verarbeitete Lebensmittel aus dem Schnellrestaurant oder dem Supermarktregal haben in der ketogenen Ernährung keinen Platz.

Nachteile einer dauerhaften Ketose

Mediziner warnen vor einer strikten Low Carb Ernährung aus folgenden Gründen: Wird viel Eiweiß verzehrt, so müssen die Nieren permanent Höchstleistungen vollbringen, um die Stoffwechselprodukte aus dem Blut zu entfernen. Auch leidet eventuell die Darmflora, wenn zu wenige Ballaststoffe aufgenommen werden. Das passiert aber nicht, wenn viel Gemüse gegessen wird. Es gibt noch andere medizinische Gründe , die gegen die Ketose als Dauerzustand sprechen. Wer sicher gehen will oder wer nicht gesund ist, sollte seinen Arzt dazu befragen.  Eine moderate Kohlenhydrataufnahme mit 100 bis 200 g Kohlenhydraten am Tag ist wahrscheinlich unbedenklich und hilft beim Abnehmen bzw. dabei das Gewicht zu halten.